Am 17. Januar unterstützten wir den Gegenprotest zu einer AfD-Wahlkampfveranstaltung im Gasthof Rössle in Altusried. Auf dem Podium erwartet, wurde unter anderem Beatrix von Storch. Gemeinsam mit den Organisator*innen der Aktionsgruppe Kempten stellten wir uns dem Aufmarsch der AfD-Prominenz klar entgegen. Unterstützt wurden wir von den Genoss*innen des OAT Ravensburg sowie von der Solid Biberach – mit klarer Haltung, solidarisch, laut und entschlossen.
Schon vor Beginn der Veranstaltung wurde klar, dass sich der aus dem Querdenken-Spektrum stammende, AfD-nahe Streamer Helge Stark, aka SpunktNews, angekündigt hat. Wie gewohnt ging es ihm dabei keineswegs um eine Journalistische Berichterstattung über die AfD oder die Inhalte der Veranstaltung, sondern klar darum, den Gegenprotest zu provozieren und Menschen einzuschüchtern, die sich für den Erhalt unserer Demokratie einsetzten. Seine Agenda: Leuten Angst einjagen, um sie davon abzuhalten, zu Demonstrationen gegen Nazis zu kommen.
Durch die beteiligung von über 350 Menschen auf dem Gegenprotest ging Spunkts Plan natürlich nicht auf. Zahlreiche Menschen aus dem allgäuer Raum, Kempten, dem Oberallgäu, und auch aus Altusried selbst machten deutlich, dass Sie keine Lust auf rechtsextreme Propaganda haben. All diese Menschen sind bewusst gekommen um ihren Unmut, ihren Widerstand und ihren Protest gegen die AfD laut und sichtbar auf die Straße zu tragen.
Wie üblich, waren wir auf das Kommen von Spunkt.News gut vorbereitet und hatten seinem Semiprofessionellen Setup, bestehend aus Kameras Mikrofonen und mehreren Videoleuchten durchaus etwas entgegenzusetzen. Anstatt ihn die Anwesenden „unbehelligt“ abfilmen zu lassen, setzten wir stattdessen ihn selbst ins „rechte Licht“. So nutzen wir zahlreiche Taschenlampen, um die kameras zu blenden und die Videoaufnahme unkenntlich zu machen. Offensichtlich bescherten wir Helge damit denkbar schlechtesten Abend der Woche.
Vor Ort zeigte sich dann sehr deutlich, wer sich im Gasthof auf der gegenüberliegenden Straßenseite eigentlich die Klinke in die Hand gibt. Anwesend waren sowohl lokale als auch überregionale AfD-Kader aus dem Raum Lindau, Kempten und Memmingen. Darunter auch bekannte rechtsextreme Szenegrößen: Rainer Rohtfuss, Peter Felser, der in Lindenberg wohnhafte Landratskandidat Christian Thomas, sowie ein großer Teil der Stadtratsliste der AfD der Stadt Kempten.
Ein besonders kurioses Schauspiel: wie bereits bei vergangenen Veranstaltungen wahren zahlreiche AfD-Sympathisanten erst nach längerer Suche in der Lage die korrekte Eingangstüre zu finden. Statt des Haupteingangs, wurde ein Hintereingang in das Gebäude genutzt. Die lange und ausgiebige Suche des Eingangs des Publikums führte zu einem sehr interessanten Schaulaufen sämtlichee parteisympathsanten unmittelbar vor dem Gegenprotest.
Der Gegenprotest selbst war von Beginn an kreativ, laut und entschlossen. Das Orga-Team der Aktionsgruppe Kempten hatte eine stabile Kundgebung auf die Beine gestellt. In den Redebeiträgen wurden Inhaltliche Punkte der AfD widerlegt, so zum Beispiel, dass Migration kein Problem, sondern Teil unserer Gesellschaft ist. Menschen gehören nicht dazu, weil sie „nützlich“ sind oder sich im kapitalistischen System ausbeuten lassem um Profite für die Überreichen zu erwirtschaften sondern weil sie hier leben.
Wir haben klar gemacht: hier stehen Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen, die Widerspruch organisieren und die zeigen – Altusried gehört nicht den Rechten!
Begleitet wurde die Kundgebung von Livemusik, die dazu beitrug für all jene eine schöne Atmosphäre zu schaffen, die sich entschlossen und solidarisch gegen die Veranstaltung der AfD wehrten.
Vereinzelt verirrten sich AfD Sympathisanten auf die Gegendemo und griffen die Anwesenden verbal an.Die Pöbler wurden unmittelbar durch die Veranstalter von der Kundgebungsfläche eskortiert.
Im späteren Verlauf des Abends setzte helge seinen stream etwa 100 Meter von der Kundgebung entfert fort. Eine kleine Gruppe Antifaschist*innen machte sich auf den weg, um sicher zu gehen, dass es ihm gut geht.
Dieser kurze Besuch führte zu den üblichen cholerischen Anfällen von Spunki solange, bis er schließlich von einem der Organisatoren der Querdenken-Proteste eingesammelt und Richtung Bahnhof taxiert wurde.Ein ziemlich bezeichnendes Ende für einen insgesamt durchwegs schlechten Abend für die AfD und Spunkt.News. Das Mobilisierungspotenzial das man sich von der vollmundigen Werbung mit Namen wie Beatrix von Storch erhofft hatte blieb weitestgehend aus. Im Saal selbst fand sich eine mickrige Gästezahl von maximal 200 Personen ein.
Insgesamt war die AfD-Veranstaltung und Ihre Stream begleitung, auch denk des Gegenprotests, ein vollumfänlicher flop! Wer sich einen selbstverschuldeten ähnlichen flop antuen möchte, sei herzlichst eingeladen den Stream aus dem Inneren des Saals von Bernhard aka Golden.Eagle71 anzuschauen.